Fördervereine auf dem Kirchentag

Gemeinschaftsstand der Fördervereine der Posaunenchöre in Deutschland auf dem Markt der Möglichkeiten des Deutschen Evangelischen Kirchentages in Berlin

Erstmals waren die zwanzig Fördervereine der Posaunenchöre in Deutschland in Berlin mit einem Gemeinschaftsstand auf dem Markt der Möglichkeiten des Deutschen Evangelischen Kirchentages vertreten. Die Kirchentagsbesucher waren eingeladen, den Begriff Posaunenchor in einem Satz zu erläutern. Die Definition sollte insbesondere Kinder und Jugendliche ansprechen und zum mitmachen motivieren. Die eingegangenen Formulierungsvorschläge werden im Nachgang zum Kirchentag an den Evangelischen Posaunendienst in Deutschland e.V. (EPiD) übergeben, der daraus Hinweise auf einen Markenkern “Posaunenchor” ableiten wird. Der Stand wurde im Wechsel von Vorstandsmitgliedern und Mitgliedern der beteiligten Fördervereine betreut. Als Gäste konnten am Stand unter anderen der Landesbischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Dröge, der Vorsitzende des EPiD, Dr. Ulrich Fischer sowie der leitende Obmann des EPiD, Rolf Bareis, am Stand begrüßt werden. Unter dem Motto “Glauben öffentlich bekennen – Posaunenchöre in Deutschland” stand die Bühnenpräsentation der Fördervereine auf dem MarktPlatz. Wie kaum eine andere Gruppe in der evangelischen Kirche stellen die Mitglieder der Posaunenchöre ihren Glauben und ihre Kirchenzugehörigkeit in der Öffentlichkeit offen zur Schau. Die daraus resultierende Erfahrungen wollten die Fördervereine in die Diskussion des Kirchentagsmottos “Du siehst mich” einbringen. Die bekannte Journalistin, Buchautorin und Medientrainerin Juliane Hielscher stellte dazu in Ihrem Interview mit dem Ersten Vorsitzenden des EPiD, Landesbischof iR Dr. Ulrich Fischer und dem Vorsitzenden des Vereins zur Förderung der Posaunenarbeit in Lippe, Edi Klein zunächst die Bedeutung der Posaunenchorarbeit in Deutschland vor. Mit Verweis auf die am nächsten Abend statt findende große Bläserserenade am Breitscheidplatz, wo vor wenigen Monaten ein LKW in den Weihnachtsmarkt gerast war, betonte Dr. Fischer das Gebot, sich nicht durch derartige Gewaltakte in seinen Überzeugungen erschüttern zu lassen. Dem würden sich auch die Posaunenchöre in ganz Deutschland stellen. Klein unterstrich die Bedeutung der Fördervereine, die nicht nur eine finanzielle Unterstützung dér Posaunenarbeit leisteten, sondern auch mit guten Ideen und Rat und Tat der guten Sache zur Seite stehen. Die Veranstaltung wurde von dem Projektposaunenchor “Bayerisches Blech” musikalisch umrahmt. Chorleiter Ralf Tochtermann gelang es durch eine gelungene Auswahl der Stücke schon im Vorprogramm das Publikum zu fesseln. Bis auf den letzten Platz war die Rotunde besetzt, als vier Bläserinnen und Bläser des Posaunenchores Ihre Begeisterung für die Bläserarbeit zum Ausdruck brachten. Dabei steht wohl auch aufgrund des hohen Niveaus des Chores das Interesse an der musikalischen Leistung vor dem Auftrag zu Verkündigung und Mission. Der Enge Zusammenhalt in der Chorgemeinschaft und der großen Familie der Bläserinnen und Bläser galt allen Interviewten als ein wichtiger Motivator, wohingegen die Außendarstellung aufgrund der offenbar geringen gesellschaftlichen Anerkennung von untergeordneter Bedeutung ist. Diesem Phänomen wollten die Fördervereine der Posaunenarbeit mit ihrer Präsenz auf dem Kirchentag entgegenhalten. Der Vorsitzende des Fördervereins Badische Posaunenarbeit, Matthias Bretschneider, erläuterte in seinem Interview die Idee, für das vielen Kirchentagsbesuchern bekannte Phänomen “Posaunenchor” eine griffige zeitgemäße Beschreibung zu finden, um so dessen gesellschaftliche Anerkennung zu erhöhen. Im Weiteren betonte er die hohe Bedeutung der Chöre für die einzelne Kirchengemeinde. Sich selbst finanzierend und selbst organisierend sind gut geführte Posaunenchöre ein wichtiger Integraler Aktivposten jeder Kirchengemeinde, der durch die breite Einsatzmöglichkeit in vielerlei Hinsicht eine gute Bereicherung jedes Gemeindelebens darstellt. Die Präsenz der Fördervereine auf dem Kirchentag bezeichnete er als vollen Erfolg. Schon am ersten Tag auf dem Kirchentag wurde am durchgehend sehr stark frequentierten Stand der Fördervereine “Posaunenchor” im Minutentakt neu definiert. Mit insgesamt über 1000 Eingaben hielt dieses hohe Interesse während des gesamten Kirchentages ungebrochen an. Der Ideenwettbewerb wird unter www.wir-foerdern-Posaunenchoere.de noch bis zum 10. Juni 2017 fortgeführt.

Matthias Bretschneider